Infection Control Masterclass for Hospitals & Pflege (IfSG/KRINKO)
Master IfSG/KRINKO-aligned infection control skills to protect patients, strengthen your career, and create safer healthcare environments.
Erfahren Sie, wie deutsche Krankenhäuser MRE, MRGN und MRSA mithilfe klinischer Mikrobiologie, Krankenhaushygiene, Umgebungsreinigung, Surveillance und Ausbruchsmanagement kontrollieren. Lernen Sie, wie die Vorgaben und Empfehlungen von IfSG und KRINKO die Prävention antimikrobieller Resistenzen und nosokomialer Infektionen unterstützen.
Master IfSG/KRINKO-aligned infection control skills to protect patients, strengthen your career, and create safer healthcare environments.
Sobald die klinische Mikrobiologie einen MRGN-Nachweis bestätigt, muss das Krankenhaus das Ergebnis in koordinierte Maßnahmen umsetzen. Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, das Pflegeteam, das Hygienefachpersonal und – falls erforderlich – das Antibiotic-Stewardship-Team sollten gemeinsam klären, welcher Erreger nachgewiesen wurde, an welcher Stelle er gefunden wurde und ob die Patientin oder der Patient kolonisiert oder klinisch infiziert ist.
Bei der weiteren Vorgehensweise sollten der Erreger, das Resistenzprofil, der Entnahmeort der Probe, die Symptome, die Art der Station und die besondere Gefährdung anderer Patientinnen und Patienten berücksichtigt werden. Offene Wunden, invasive medizinische Zugänge und unkontrollierte Sekrete können die Risikobewertung zusätzlich beeinflussen. Entscheidungen sollten sich an den aktuellen KRINKO-Empfehlungen und dem Hygieneplan des Krankenhauses orientieren, statt nach einem einheitlichen Standardschema getroffen zu werden.
Ein positives Ergebnis sollte zu einer strukturierten Kommunikation führen und keine Panik auslösen. Eine verzögerte Informationsweitergabe kann vermeidbare Expositionen begünstigen, während übermäßige Schutzmaßnahmen zu einer unnötigen Isolation der betroffenen Person führen können. Ziel ist es, Patientinnen, Patienten und Mitarbeitende durch verhältnismäßige und evidenzbasierte Maßnahmen zu schützen.
Die Standardhygienemaßnahmen bleiben für alle Patientinnen und Patienten unverzichtbar, auch wenn keine bekannte Vorgeschichte mit multiresistenten Erregern besteht. Dazu gehören eine zuverlässige Händehygiene, der sichere Umgang mit Körperflüssigkeiten, die korrekte Verwendung persönlicher Schutzausrüstung und die sachgerechte Reinigung wiederverwendbarer Medizinprodukte.
Abhängig vom Erreger, der Resistenzklassifikation, dem Zustand der betroffenen Person und dem klinischen Bereich können zusätzliche Maßnahmen erforderlich sein:
Eine Isolation darf niemals die Händehygiene ersetzen. Handschuhe können kontaminiert werden und müssen korrekt ausgezogen werden. Anschließend ist eine hygienische Händedesinfektion erforderlich.
Auch die Patientinnen und Patienten sollten eine verständliche Erklärung zu den angeordneten Maßnahmen erhalten. Eine Kolonisation mit MRSA, MRGN oder anderen antibiotikaresistenten Bakterien darf nicht zu Stigmatisierung, verzögerter Behandlung oder unnötigem Ausschluss von medizinischer oder pflegerischer Versorgung führen.

Eine wirksame Umgebungsreinigung im Krankenhaus hilft dabei, mögliche Übertragungswege zu unterbrechen. Häufig berührte Oberflächen und gemeinsam genutzte Geräte können während der routinemäßigen Versorgung kontaminiert werden – insbesondere dann, wenn Reinigungsverantwortlichkeiten nicht eindeutig geregelt sind.
Besondere Aufmerksamkeit erfordern mobile Geräte, da sie zwischen mehreren Patientenzimmern bewegt werden können. Ein einzelnes Gerät kann so eine Verbindung zwischen Patienten herstellen, die sich nie begegnet sind und sich nicht einmal auf derselben Station befunden haben.
Reinigungspersonal ist ein wichtiger Partner der Infektionsprävention. Pflege, medizinisches Personal und Reinigungsdienste sollten genau wissen, wo ihre jeweiligen Verantwortlichkeiten beginnen und enden, damit keine Oberflächen oder Geräte übersehen werden.
Bei Verdacht auf eine Übertragung kann das Hygieneteam eine intensivierte Reinigung oder eine gezielte Überprüfung von gemeinsam genutzten Sanitärbereichen, Nassbereichen und wiederverwendbaren Geräten empfehlen. Umweltproben sollten nur dann eingesetzt werden, wenn sie eine klar definierte Frage beantworten oder konkrete Einfluss auf Kontrollmaßnahmen haben.
Fachkräfte, die eine strukturierte Weiterbildung suchen, können die Masterclass zur Infektionsprävention für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen (IfSG/KRINKO) entdecken. Der Kurs vermittelt praxisnahes Wissen zu MRE- und MRGN-Management, Händehygiene, persönlicher Schutzausrüstung (PSA), Umwelthygiene, Isolation, Ausbruchsmanagement und Dokumentation.

Surveillance bedeutet mehr als das bloße Zählen positiver Laborbefunde. Sie umfasst die systematische Erfassung, Bewertung und Nutzung von Informationen über antimikrobielle Resistenzen, Kolonisationen und nosokomiale Infektionen, um ungewöhnliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.
Krankenhausteams können unter anderem folgende Informationen auswerten:
Eine einzelne Patientenakte lässt ein Problem möglicherweise nicht erkennen. Werden mehrere Akten gemeinsam ausgewertet, kann sich zeigen, dass Patientinnen oder Patienten dasselbe Zimmer, Gerät, Verfahren oder denselben Behandlungsbereich genutzt haben.
Die Dokumentation sollte festhalten, wann der Erreger identifiziert wurde, welche Personen informiert wurden, welche Schutzmaßnahmen eingeleitet wurden und wann diese erneut überprüft wurden.
Ergebnisse der Surveillance sollten außerdem an die klinischen Teams zurückgemeldet werden. Regelmäßiges Feedback hilft den Mitarbeitenden zu verstehen, ob Verbesserungen bei der Händehygiene, Reinigung, dem Umgang mit Medizinprodukten oder der Verordnung von Antibiotika erforderlich sind.
Ein einzelner MRGN-Nachweis bedeutet nicht automatisch, dass ein Ausbruch vorliegt. Der Verdacht verstärkt sich, wenn mehrere Fälle eine mögliche epidemiologische Verbindung aufweisen, ein ungewöhnliches Resistenzmuster auftritt oder die Zahl der Nachweise über dem erwarteten Niveau liegt.
Ein wirksames Ausbruchsmanagement im Gesundheitswesen folgt üblicherweise einem strukturierten Prozess.
Verdachtssignal überprüfen
Die klinische Mikrobiologie sollte den Erreger und die Ergebnisse der Empfindlichkeitsprüfung bestätigen. Doppelte Proben sollten aus der Auswertung entfernt und Screeningbefunde von klinischen Infektionen getrennt betrachtet werden.
Falldefinition erstellen
Eine vorläufige Falldefinition kann folgende Kriterien enthalten:
Die Falldefinition kann angepasst werden, sobald neue Informationen verfügbar sind.
Fallliste erstellen
Eine Fallliste kann folgende Angaben enthalten:
Die Darstellung der Patientenbewegungen kann zeitliche Überschneidungen, gemeinsam genutzte Geräte oder gemeinsame Behandlungsorte sichtbar machen.
Sofortige Kontrollmaßnahmen einleiten
Während die Untersuchung fortgesetzt wird, kann das Krankenhaus:
Die Maßnahmen sollten stets verhältnismäßig bleiben. Einschränkungen, die das Übertragungsrisiko nicht wirksam reduzieren, können Patientinnen, Patienten und die Krankenhausversorgung unnötig belasten.
Kommunikation und Meldung
Je nach Situation müssen die Krankenhausleitung, das Hygienefachpersonal, die klinische Mikrobiologie, die behandelnden Teams und das zuständige Gesundheitsamt einbezogen werden.
Nach § 6 Abs. 3 Infektionsschutzgesetz (IfSG) müssen zwei oder mehr nosokomiale Infektionen gemeldet werden, wenn ein epidemiologischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird.
Krankenhäuser sollten ihre internen Meldeverfahren befolgen und sich bei Bedarf mit der zuständigen Gesundheitsbehörde abstimmen.
Sobald die Übertragung unter Kontrolle gebracht wurde, sollte das Krankenhaus analysieren, was geschehen ist und welche Bereiche verbessert werden müssen.
Mögliche Korrekturmaßnahmen können sein:
Das MRE-Management endet nicht, wenn eine Patientin oder ein Patient in eine andere Einrichtung verlegt wird. Das aufnehmende Krankenhaus, die Rehabilitationseinrichtung, die Pflegeeinrichtung oder der ambulante Pflegedienst sollte bereits vor der Verlegung genaue und relevante Informationen erhalten.
Zu den wichtigen Angaben können gehören:
Eine ungenaue Angabe wie „MRE-positiv“ kann zu Missverständnissen oder einer unnötigen Ablehnung der betroffenen Person führen. Die Informationen sollten konkret, klinisch relevant und verhältnismäßig sein.
Auch die Patientinnen und Patienten sollten verstehen, dass eine Kolonisation nicht automatisch eine Erkrankung bedeutet. Sie sollten klare Hinweise zu zukünftigen Arzt- oder Krankenhausbesuchen, erforderlichen Nachkontrollen und den vom Behandlungsteam empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen erhalten.
Kenntnisse in den Bereichen Krankenhaushygiene, klinische Mikrobiologie, antimikrobielle Resistenzen und Ausbruchsmanagement sind in Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen, Pflegeeinrichtungen, Laboren und Abteilungen des Qualitätsmanagements von großer Bedeutung.
Zu den relevanten beruflichen Kompetenzen gehören:
Diese Kompetenzen unterstützen sowohl die tägliche Berufspraxis als auch die professionelle Weiterbildung. Sie sind besonders wertvoll für internationale Gesundheitsfachkräfte, die deutsche Begriffe und Strukturen wie IfSG, KRINKO, MRE, MRGN, Hygieneplan und Gesundheitsamt kennenlernen müssen.
Ein allgemeiner Kurs zur Infektionsprävention ersetzt weder eine staatlich oder fachlich geregelte Qualifikation zur Hygienefachkraft noch die betriebliche Einweisung oder einrichtungsspezifische Praxisschulungen. Er kann jedoch strukturiertes Grundlagenwissen vermitteln und den Lernenden dabei helfen, die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Aufgaben der Infektionsprävention besser zu verstehen.
Ein erfolgreiches Management von MRE und MRGN besteht nicht aus einer einzelnen Maßnahme. Es erfordert eine zuverlässige Labordiagnostik, eine klinische Bewertung, verhältnismäßige Schutzmaßnahmen, konsequente Händehygiene, wirksame Umgebungsreinigung, Antibiotic Stewardship, Surveillance, eine klare Kommunikation bei Verlegungen sowie gut vorbereitete Teams für das Ausbruchsmanagement.
MRSA und MRGN sind nicht dasselbe. Auch Kolonisation und Infektion müssen klinisch unterschiedlich bewertet werden. Das Verständnis dieser Unterschiede hilft Gesundheitsteams dabei, Patientinnen und Patienten wirksam zu schützen, ohne unnötige Angst oder Stigmatisierung zu verursachen.
Die Masterclass zur Infektionsprävention für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen (IfSG/KRINKO) bietet einen strukturierten nächsten Schritt für Fachkräfte und Arbeitssuchende, die ihre Kenntnisse in der Infektionsprävention für deutsche Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen erweitern möchten.
1. Was ist der Unterschied zwischen MRE und MRGN?
MRE ist ein allgemeiner Begriff für multiresistente Erreger. MRGN bezeichnet speziell multiresistente gramnegative Bakterien.
2. Gehört MRSA zu den MRGN?
Nein. MRSA ist ein grampositives Bakterium, während sich die Bezeichnung MRGN auf resistente gramnegative Bakterien bezieht.
3. Was ist der Unterschied zwischen 3MRGN und 4MRGN?
3MRGN sind gegenüber drei wichtigen Antibiotikagruppen resistent. 4MRGN weisen eine Resistenz gegenüber allen vier Antibiotikagruppen auf, die für diese Klassifikation herangezogen werden.
4. Wie verhindern Krankenhäuser die Übertragung von MRGN?
Krankenhäuser nutzen unter anderem Händehygiene, persönliche Schutzausrüstung, eine geeignete Patientenunterbringung, die Desinfektion von Geräten, eine wirksame Umgebungsreinigung und Surveillance.
5. Muss eine MRGN-Kolonisation immer mit Antibiotika behandelt werden?
Nein. Eine Kolonisation bedeutet, dass die Bakterien vorhanden sind, ohne eine Infektion zu verursachen. Antibiotika werden in der Regel erst dann erwogen, wenn eine klinische Infektion diagnostiziert wurde.