Adaptive Learning

So führen Sie eine LkSG-Lieferantenrisikobewertung Schritt für Schritt durch

HI
Helal Islam
August 03, 2026
  • 12 mins read
 How to Conduct an LkSG Supplier Risk Assessment Step by Step
In diesem Artikel

Erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie eine LkSG-Lieferantenrisikobewertung durchführen. Dieser praxisnahe Leitfaden erklärt Lieferanten-Mapping, Risiko-Screening, Nachweissammlung, Bewertung, Priorisierung und Überwachung. Entdecken Sie, wie effektives Lieferantenrisikomanagement, Supply Chain Due Diligence und LkSG-Compliance bessere Einkaufsentscheidungen und eine stärkere Lieferketten-Compliance in Deutschland unterstützen.

Deutsche Unternehmen arbeiten häufig mit Lieferanten aus verschiedenen Ländern und Branchen zusammen. Einkaufsteams müssen daher mögliche menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken innerhalb ihrer Lieferketten verstehen und bewerten.

Eine Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) hilft Unternehmen dabei, potenzielle kritische Risiken zu erkennen und festzustellen, welche Lieferanten einer genaueren Prüfung unterzogen werden müssen. Im Rahmen des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) unterstützt dieser Ansatz risikobasierte Entscheidungen, anstatt alle Lieferanten gleich zu behandeln.

Dieser erste Teil zeigt, wie Unternehmen eine LkSG-Lieferantenrisikobewertung vorbereiten, Lieferanten systematisch erfassen und erste Risikoanalysen durchführen. Außerdem wird erklärt, wie Supply-Chain-Risikomanagement, Lieferantenrisikomanagement und Lieferketten-Compliance mit den täglichen Aufgaben im Einkauf verbunden sind.

Fachkräfte und Berufseinsteiger können diese wichtigen Kompetenzen durch den Kurs Procurement & Vendor Management (LkSG) course entwickeln. Der Kurs behandelt unter anderem Lieferanten-Mapping, Risikoanalysen, Präventionsmaßnahmen und die laufende Überwachung von Lieferanten.

Was ist eine LkSG-Lieferantenrisikobewertung?

Eine Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) ist eine strukturierte Prüfung von Risiken, die mit einem Lieferanten, seinem Standort, seiner Branche, seinen Produkten und seinen Arbeitsweisen verbunden sind. Eine LkSG-Lieferantenrisikobewertung konzentriert sich dabei auf Menschenrechtsrisiken und ausgewählte Umweltrisiken, die durch das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) abgedeckt werden.

Das Ziel besteht nicht darin, nachzuweisen, dass jeder Lieferant einen Verstoß begangen hat. Vielmehr geht es darum, Bereiche zu erkennen, in denen Schäden wahrscheinlicher sind oder besonders schwerwiegende Auswirkungen entstehen können. Dadurch kann ein Unternehmen entscheiden, bei welchen Lieferanten eine vertiefte Lieferanten-Due-Diligence (Supplier Due Diligence) erforderlich ist.

Eine klassische Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) kann Faktoren wie Preis, Qualität, Lieferfähigkeit, Cyberrisiken und finanzielle Stabilität berücksichtigen. Eine LkSG-Risikobewertung (LkSG Risk Assessment) erweitert diese Betrachtung um Themen wie Kinderarbeit, Zwangsarbeit, unsichere Arbeitsbedingungen, unangemessene Löhne und bestimmte Umweltverstöße.

Der Prozess unterstützt die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht (Human Rights Due Diligence), die Sorgfaltspflichten in der Lieferkette (Supply Chain Due Diligence) sowie ein umfassendes Lieferketten-Risikomanagement (Supply Chain Risk Management). Gleichzeitig schafft er einen klaren Lieferantenrisikobewertungsrahmen (Supplier Risk Assessment Framework) für Einkaufsteams.

BAFA erklärt, dass die Risikoanalyse Unternehmen dabei unterstützen soll, menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken zu identifizieren, zu gewichten und zu priorisieren. Zudem unterscheidet BAFA zwischen regelmäßigen und anlassbezogenen Risikoanalysen. Weitere Informationen finden Sie in der offiziellen BAFA-Handreichung zur Risikoanalyse.

Warum ist eine Lieferantenrisikobewertung wichtig?

Eine effektive Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) verschafft Einkaufsteams einen besseren Überblick über ihre Lieferantenbasis. Ohne einen strukturierten Ansatz kann ein Unternehmen viel Zeit mit der Prüfung von Lieferanten mit geringem Risiko verbringen und gleichzeitig wichtige Risiken bei anderen Lieferanten übersehen.

Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet betroffene Unternehmen dazu, ein Risikomanagement einzusetzen und menschenrechtliche sowie umweltbezogene Risiken im eigenen Geschäftsbereich und in ihren Lieferketten zu berücksichtigen. Seit 2024 gilt das Gesetz für Unternehmen mit mindestens 1.000 Beschäftigten in Deutschland. Das Gesetz bleibt während der aktuellen Übergangsphase weiterhin bestehen.

Eine gute LkSG-Compliance kann die Lieferantenauswahl verbessern und eine bessere Dokumentation ermöglichen. Eine starke Lieferketten-Compliance (Supply Chain Compliance) kann außerdem helfen, Störungen innerhalb der Lieferkette zu reduzieren.

Eine wirksame Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) sorgt für klare Verantwortlichkeiten, angemessene Prüfprozesse und frühzeitige Maßnahmen. Das Lieferantenrisikomanagement (Supplier Risk Management) sollte Einkauf, Compliance, Rechtsabteilung und Nachhaltigkeitsteams miteinander verbinden. Ein erfolgreiches Lieferanten-Compliance-Management (Supplier Compliance Management) funktioniert besonders gut, wenn alle relevanten Bereiche Informationen austauschen und gemeinsam handeln.

Was Sie vor der Bewertung vorbereiten sollten

Bevor Sie mit einer Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) beginnen, sollten Sie einen einfachen Prozess mit klaren Daten, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsregeln erstellen.

Verantwortlichkeiten definieren

Legen Sie fest, wer Daten sammelt, Risiken bewertet und Maßnahmen freigibt. Der Einkauf kann die Verantwortung für die Lieferantenbeziehung übernehmen, während Compliance- oder Nachhaltigkeitsteams die LkSG-Risikoanalyse (LkSG Risk Analysis) unterstützen.

Klare Verantwortlichkeiten stärken die LkSG-Compliance und das Lieferanten-Compliance-Management (Supplier Compliance Management). Außerdem erleichtern sie es, Entscheidungen während einer Prüfung oder eines Audits nachvollziehbar zu erklären.

 

Was Sie vor der Bewertung vorbereiten sollten

Lieferantenstammdaten vorbereiten

Eine Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) benötigt zuverlässige Lieferanteninformationen. Sammeln Sie:

  • Name und Standort des Lieferanten
  • Produktionsland und Branche
  • Produkt- oder Dienstleistungskategorie
  • Status als direkter oder indirekter Lieferant
  • Einkaufsvolumen und geschäftliche Bedeutung
  • Bekannte Unterauftragnehmer
  • Frühere Audits, Beschwerden oder Vorfälle

Diese Daten unterstützen die Lieferanten-Due-Diligence (Supplier Due Diligence) und die Sorgfaltspflichten in der Lieferkette (Supply Chain Due Diligence). Gleichzeitig bilden sie eine praktische Checkliste zur Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment Checklist).

Eine Bewertungsmethode auswählen

Ein sinnvoller Lieferantenrisikobewertungsrahmen (Supplier Risk Assessment Framework) sollte festlegen, welche Risiken geprüft werden, welche Quellen genutzt werden und wie Ergebnisse dokumentiert werden. Dabei können Länder-, Branchen-, Produkt- und lieferantenspezifische Risiken berücksichtigt werden.

Versenden Sie nicht denselben umfangreichen Fragebogen an jeden Lieferanten. BAFA empfiehlt einen risikobasierten Ansatz und weist darauf hin, dass Unternehmen nur die Informationen anfordern sollten, die tatsächlich erforderlich sind. Betroffene Unternehmen können ihre LkSG-Pflichten nicht einfach vollständig auf Lieferanten übertragen.

 

Eine Bewertungsmethode auswählen

Schritt 1: Lieferanten erfassen und segmentieren

Der erste praktische Schritt einer Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) ist das Lieferanten-Mapping. Erstellen Sie eine Übersicht aller direkten Lieferanten und – sofern relevant – bekannter indirekter Lieferanten sowie Unterauftragnehmer.

Gruppieren Sie Lieferanten nach:

  • Land
  • Branche
  • Produkt
  • Produktionsstandort
  • Einkaufsvolumen
  • Geschäftlicher Bedeutung
  • Verfügbaren Risikoinformationen

Dieser Ansatz unterstützt das Lieferketten-Risikomanagement (Supply Chain Risk Management) und macht das Lieferantenrisikomanagement (Supplier Risk Management) gezielter.

Das Ziel ist Transparenz. Fehlende Informationen sollten dokumentiert und für spätere Nachverfolgung festgehalten werden.

Schritt 2: Abstraktes Risiko-Screening durchführen

Die nächste Phase der Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) ist ein erstes abstraktes Screening. Dabei werden allgemeine Risikoindikatoren geprüft, bevor detaillierte Nachweise von einzelnen Lieferanten angefordert werden.

Bewerten Sie Länder- und Brancheninformationen in Bezug auf:

  • Kinderarbeit und Zwangsarbeit
  • Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz
  • Löhne und Arbeitszeiten
  • Diskriminierung
  • Umweltverschmutzung
  • Konflikte
  • Schwache rechtliche Durchsetzung

Diese LkSG-Risikoanalyse (LkSG Risk Analysis) hilft dabei, Lieferanten zu identifizieren, die eine vertiefte Prüfung benötigen. Ein Länderrisiko allein ist kein Beweis für ein Fehlverhalten. Es ist vielmehr ein Hinweis darauf, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind.

Das Ergebnis sollte eine Liste von Lieferanten mit höherem Risiko sein. Dies unterstützt die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht (Human Rights Due Diligence) und hilft Teams dabei, Ressourcen für die LkSG-Risikobewertung (LkSG Risk Assessment) dort einzusetzen, wo sie den größten Nutzen bringen.

Schritt 3: Lieferantenspezifische Nachweise sammeln

Nach dem Screening wechseln Unternehmen von allgemeinen Risikoindikatoren zu konkreten Lieferanteninformationen. Fordern Sie von Lieferanten mit höherem Risiko relevante Richtlinien, Auditberichte, Sicherheitsaufzeichnungen, Zertifikate, Informationen zu Unterauftragnehmern und Verbesserungspläne an.

Dadurch wird eine allgemeine Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) zu einer evidenzbasierten menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht (Human Rights Due Diligence). Gleichzeitig stärkt dies die Lieferketten-Compliance (Supply Chain Compliance), da sichtbar wird, welche Nachweise der Lieferant erbringen kann und welche Punkte weiter geprüft werden müssen.

Verwenden Sie eine Checkliste zur Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment Checklist), um Folgendes zu dokumentieren:

  • Erhaltene Dokumente
  • Fehlende Informationen
  • Warnsignale
  • Geplante Maßnahmen
  • Verantwortliche Personen
  • Fristen

Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Selbsterklärungen. Zertifikate und Audits können die Bewertung unterstützen, beseitigen jedoch nicht automatisch alle Risiken. Eine gute LkSG-Lieferantenrisikobewertung vergleicht verschiedene Informationsquellen und dokumentiert, warum das Unternehmen eine bestimmte Entscheidung getroffen hat.

An diesem Punkt verfügt das Unternehmen über eine strukturierte Lieferantenbasis, ein erstes Screening und lieferantenspezifische Nachweise. Der zweite Teil behandelt die Bewertung von Risiken, Priorisierung, Präventionsmaßnahmen, Überwachung und abschließende Entscheidungen.

Schritt 4: Wahrscheinlichkeit und Schweregrad bewerten

Die nächste Phase einer Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) besteht darin, zu beurteilen, wie wahrscheinlich ein Risiko ist und wie schwerwiegend mögliche Auswirkungen sein können. Dadurch wird die LkSG-Lieferantenrisikobewertung leichter nachvollziehbar.

Die Wahrscheinlichkeit beantwortet die Frage:

Wie wahrscheinlich ist es, dass dieses Risiko bei diesem Lieferanten oder Produktionsstandort auftritt?

Der Schweregrad beantwortet:

Wie schwerwiegend könnten die Auswirkungen sein?

Dabei sollten Unternehmen berücksichtigen:

  • Ausmaß des Schadens
  • Anzahl der betroffenen Personen
  • Möglichkeit der Wiederherstellung

Ein einfacher Lieferantenrisikobewertungsrahmen (Supplier Risk Assessment Framework) kann eine Bewertungsskala von 1 bis 5 verwenden. Dies ist jedoch eine interne Methode und keine offizielle BAFA-Formel. BAFA ermöglicht Unternehmen, einen angemessenen Prozess zu entwickeln, verlangt jedoch, Risiken zu identifizieren, zu gewichten und zu priorisieren.

Eine klare Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) sollte die Grundlage jeder Bewertung dokumentieren. Dies unterstützt die LkSG-Risikoanalyse (LkSG Risk Analysis), die LkSG-Risikobewertung (LkSG Risk Assessment) und die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht (Human Rights Due Diligence).

Schritt 5: Wichtigste Risiken priorisieren

Ein Unternehmen kann viele Risiken erkennen, aber nicht jedes Problem gleichzeitig behandeln. Der Zweck einer Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) besteht darin, festzulegen, wo zuerst Maßnahmen erforderlich sind.

Berücksichtigen Sie:

  • Wahrscheinlichkeit und Schweregrad
  • Anzahl betroffener Personen
  • Möglichkeit der Schadensbegrenzung
  • Verbindung des Unternehmens zum Risiko
  • Einflussmöglichkeit auf den Lieferanten
  • Qualität der Nachweise

Eine praktische Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) kann Lieferanten in niedrige, mittlere, hohe oder kritische Risikogruppen einteilen. Lieferanten mit geringem Risiko benötigen möglicherweise nur eine normale Überwachung. Lieferanten mit mittlerem Risiko benötigen zusätzliche Informationen. Lieferanten mit hohem Risiko können direkte Gespräche und Verbesserungspläne erfordern.

Dieser Ansatz stärkt das Lieferketten-Risikomanagement (Supply Chain Risk Management), das Lieferantenrisikomanagement (Supplier Risk Management) und die Lieferketten-Compliance (Supply Chain Compliance).

Schritt 6: Präventions- oder Abhilfemaßnahmen auswählen

Nach der Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) muss das Unternehmen entscheiden, welche Maßnahmen geeignet sind.

Präventive Maßnahmen werden eingesetzt, wenn ein Risiko erkannt wurde, aber noch kein Verstoß bestätigt ist. Dazu gehören:

  • Lieferantenschulungen
  • Stärkere Vertragsanforderungen
  • Zusätzliche Prüfungen
  • Zeitlich definierte Verbesserungspläne

Abhilfemaßnahmen werden benötigt, wenn ein Verstoß bereits eingetreten ist oder unmittelbar bevorsteht. Dazu gehören:

  • Korrekturmaßnahmen
  • Vor-Ort-Prüfungen
  • Eskalation an das Management
  • Beendigung der Geschäftsbeziehung in schwerwiegenden Fällen

Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) bedeutet nicht, dass jeder risikoreiche Lieferant sofort ersetzt werden muss. BAFA beschreibt die Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette als einen fortlaufenden Prozess, der auf Dialog und verantwortungsvoller Zusammenarbeit basiert.

Eine starke LkSG-Lieferantenrisikobewertung sollte Verbesserungen ermöglichen, wenn dies sinnvoll ist. Diese Maßnahmen verbinden Lieferanten-Due-Diligence (Supplier Due Diligence), Supply Chain Due Diligence und Lieferanten-Compliance-Management (Supplier Compliance Management). Dadurch wird LkSG-Compliance zu praktischen Entscheidungen im Einkauf.

Schritt 7: Dokumentieren, überwachen und erneut bewerten

Eine Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) ist keine einmalige Aufgabe. Lieferantenbedingungen, Produktionsstandorte und Risikoinformationen können sich verändern.

Dokumentieren Sie:

  • Geprüfte Informationen
  • Risikobewertung und Begründung
  • Ausgewählte Maßnahmen
  • Verantwortliche Person
  • Frist
  • Ergebnis der Nachverfolgung

Wiederholen Sie die Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) regelmäßig und bei wichtigen Veränderungen, beispielsweise:

  • Schwerwiegenden Beschwerden
  • Neuen Produktionsländern
  • Glaubwürdigen Hinweisen auf mögliche Verstöße

BAFA erklärt, dass die Risikoanalyse die Grundlage für ein angemessenes und wirksames Risikomanagement bildet. Gute Dokumentation hilft Teams dabei, Entscheidungen nachvollziehbar zu begründen.

Eine kontinuierliche Überprüfung verbessert das Lieferantenrisikomanagement (Supplier Risk Management), das Lieferanten-Compliance-Management (Supplier Compliance Management) und das Lieferketten-Risikomanagement (Supply Chain Risk Management). Gleichzeitig unterstützt sie die LkSG-Risikoanalyse (LkSG Risk Analysis) und eine stärkere Lieferketten-Compliance (Supply Chain Compliance).

Checkliste zur Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment Checklist)

 

Checkliste zur Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment Checklist)

Verwenden Sie diese Checkliste zur Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment Checklist), bevor Sie die Prüfung abschließen:

  • Ist der Standort und Produktionsstandort des Lieferanten bekannt?
  • Wurden Länder- und Branchenrisiken geprüft?
  • Sind lieferantenspezifische Nachweise verfügbar?
  • Wurden Wahrscheinlichkeit und Schweregrad bewertet?
  • Wird die Bewertung durch klare Begründungen unterstützt?
  • Wurden die wichtigsten Risiken priorisiert?
  • Ist eine verantwortliche Person für Maßnahmen festgelegt?
  • Sind Fristen und Nachverfolgungsschritte dokumentiert?
  • Ist eine erneute Bewertung geplant?

Diese Checkliste zur Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment Checklist) unterstützt einen einheitlichen Lieferantenrisikobewertungsrahmen (Supplier Risk Assessment Framework) innerhalb von Einkaufsteams.

Praktisches Beispiel

Ein deutscher Hersteller kauft Metallteile von einem direkten Lieferanten. Ein Teil der Produktion wird von einem Unterauftragnehmer in einem Land mit höheren Risiken im Bereich Arbeitssicherheit durchgeführt.

Die Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) beginnt mit einem Screening von Länder- und Branchenrisiken. Anschließend fordert das Team Sicherheitsnachweise, Auditberichte und Informationen zu Unterauftragnehmern an. Einige Dokumente fehlen, wodurch der Lieferant eine hohe Risikobewertung erhält.

Das Unternehmen beendet den Vertrag jedoch nicht sofort. Stattdessen führt es eine vertiefte Lieferanten-Due-Diligence (Supplier Due Diligence) durch, vereinbart Korrekturmaßnahmen und setzt eine Frist für Verbesserungen. Der Fall wird über das Lieferanten-Compliance-Management (Supplier Compliance Management) überwacht.

Dieses Beispiel zeigt, wie menschenrechtliche Sorgfaltspflicht (Human Rights Due Diligence), Sorgfaltspflichten in der Lieferkette (Supply Chain Due Diligence) und die LkSG-Risikobewertung (LkSG Risk Assessment) zusammenwirken. Die LkSG-Lieferantenrisikobewertung führt das Unternehmen von einem ersten Warnsignal zu einer dokumentierten und nachvollziehbaren Entscheidung.

Häufige Fehler bei der Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment)

 

Häufige Fehler bei der Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment)

Vermeiden Sie diese Fehler:

  1. Für jeden Lieferanten dieselbe Prüfung verwenden
  2. Sich ausschließlich auf Fragebögen verlassen
  3. Länderrisiken als direkten Beweis für einen Verstoß betrachten
  4. Unterauftragnehmer ignorieren
  5. Eine Bewertung vergeben, ohne die Gründe zu dokumentieren
  6. Daten sammeln, aber keine Maßnahmen einleiten
  7. Lieferanten nur einmal überprüfen

Eine gute Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) ist risikobasiert, praxisnah und mit konkreten Einkaufsentscheidungen verbunden. Sie unterstützt die LkSG-Compliance, das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (German Supply Chain Act) und eine langfristige Lieferketten-Compliance (Supply Chain Compliance).

Karrierekompetenzen für den deutschen Arbeitsmarkt

Wichtige Fähigkeiten umfassen die Lieferantenanalyse und -erfassung (Supplier Mapping), Datenprüfung, Risikobewertung, Nachverfolgung von Korrekturmaßnahmen und die Kommunikation mit Lieferanten.

Kenntnisse in Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment), LkSG-Risikoanalyse (LkSG Risk Analysis), menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht (Human Rights Due Diligence) und Lieferketten-Risikomanagement (Supply Chain Risk Management) können den Einstieg in Positionen im Einkauf, Lieferantenmanagement, ESG-Bereich und Compliance unterstützen.

Der Kurs Procurement & Vendor Management (LkSG) course vermittelt Fachkräften und Berufseinsteigern in Deutschland praxisnahe Kenntnisse zu risikobasiertem Einkauf, Lieferantenüberwachung, Sorgfaltspflichten und Dokumentationsanforderungen.

Fazit

Eine effektive Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) sollte einem klaren und praxisorientierten Prozess folgen. Unternehmen müssen ihre Lieferanten erfassen, Länder- und Branchenrisiken identifizieren, zuverlässige Nachweise sammeln, Ergebnisse bewerten, die wichtigsten Risiken priorisieren und den Fortschritt kontinuierlich überwachen.

Dieser strukturierte Ansatz hilft Einkaufsteams dabei, ihre Ressourcen gezielt dort einzusetzen, wo die größten Risiken bestehen, anstatt alle Lieferanten gleich zu behandeln.

Eine zuverlässige LkSG-Lieferantenrisikobewertung sollte außerdem verhältnismäßig, gut dokumentiert und direkt mit realen Einkaufsentscheidungen verbunden sein. Ein klarer Lieferantenrisikobewertungsrahmen (Supplier Risk Assessment Framework) unterstützt einheitliche Prüfprozesse, ein besseres Lieferantenrisikomanagement (Supplier Risk Management) und eine effektivere Lieferanten-Due-Diligence (Supplier Due Diligence).

Darüber hinaus hilft dieser Ansatz Unternehmen dabei, ihre Lieferketten-Compliance (Supply Chain Compliance) durch klare Verantwortlichkeiten, definierte Fristen und die Nachverfolgung von Korrekturmaßnahmen zu verbessern.

Bei richtiger Anwendung stärkt dieser Prozess die LkSG-Compliance gemäß dem deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (German Supply Chain Act). Gleichzeitig unterstützt er verantwortungsvolle Lieferantenbeziehungen, mehr Transparenz und ein stärkeres Lieferketten-Risikomanagement (Supply Chain Risk Management).

Für Fachkräfte in Deutschland werden diese Kompetenzen zunehmend wertvoller – insbesondere in den Bereichen Einkauf, Lieferantenmanagement, ESG und Compliance.

Tags:

Häufig gestellte Fragen

01 Was ist eine LkSG-Lieferantenrisikobewertung? +

Eine LkSG-Lieferantenrisikobewertung ist ein strukturierter Prozess zur Identifizierung, Bewertung und Priorisierung von menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken bei Lieferanten. Sie hilft Unternehmen dabei zu entscheiden, welche Lieferanten eine vertiefte Prüfung, Präventionsmaßnahmen, Korrekturmaßnahmen oder eine laufende Überwachung benötigen.

02 Wie führt man eine Lieferantenrisikobewertung nach dem LkSG durch? +

Eine Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment) umfasst in der Regel Lieferanten-Mapping, Länder- und Branchen-Screening, die Sammlung von Lieferantennachweisen, die Bewertung von Wahrscheinlichkeit und Schweregrad, die Priorisierung von Risiken sowie die Dokumentation von Folgemaßnahmen. Der Prozess sollte verhältnismäßig sein und mit Einkaufsentscheidungen verbunden werden.

03 Wie häufig sollte eine LkSG-Risikoanalyse durchgeführt werden? +

Eine LkSG-Risikoanalyse (LkSG Risk Analysis) sollte regelmäßig sowie bei wichtigen Veränderungen durchgeführt werden. Anlassbezogene Prüfungen können nach Beschwerden, Lieferantenänderungen, neuen Produktionsstandorten, schwerwiegenden Vorfällen oder glaubwürdigen Hinweisen auf mögliche Verstöße erforderlich sein.

04 Was sollte eine Checkliste zur Lieferantenrisikobewertung enthalten? +

Eine Checkliste zur Lieferantenrisikobewertung (Supplier Risk Assessment Checklist) sollte Lieferantenstandorte, Branchen, Produktionsstätten, Länderrisiken, menschenrechtliche Risiken, Umweltrisiken, verfügbare Dokumente, Risikobewertungen, geplante Maßnahmen, Verantwortlichkeiten, Fristen und Überwachungsergebnisse enthalten.

05 Gilt das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz auch für indirekte Lieferanten? +

Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (German Supply Chain Act) verlangt hauptsächlich regelmäßige Risikoanalysen für den eigenen Geschäftsbereich und direkte Lieferanten. Indirekte Lieferanten werden besonders relevant, wenn ein Unternehmen begründete Hinweise auf mögliche menschenrechtliche oder umweltbezogene Risiken erhält.

Hier beginnt dein Wachstum.

Entfalte dein Potenzial. Lerne jederzeit und überall.